Amazon ist beliebtester Informationskanal bei selektiven Webshoppern

Onlinehandel – es geht definitiv nicht mehr ohne. Aber ausschließlich mit ihm werden wir wohl so bald auch nicht leben. Der stationäre Handel ist bei den Konsumenten nach wie vor beliebt.

Um sich vor dem Kauf über Produkte zu informieren, nutzen Sie jedoch immer öfter das Internet. Zu den selektiven Webshoppern zählen fast zwei Drittel der deutschen Internetnutzer. Sie kaufen sowohl online als auch im herkömmlichen Einzelhandel. Diese und weitere Erkenntnisse wurden kürzlich in der Studie „Cross-Channel im Umbruch – Das Informations- und Kaufverhalten der Konsumenten Vol. 7“ des ECC Köln in Kooperation mit hybris software veröffentlicht.

Online recherchieren, vor Ort kaufen

So ist sich Eva Stüber, Leiterin Research und Consulting am IFH Köln, sicher: „Der traditionelle Handelskäufer stirbt aus, nicht jedoch der stationäre Handel.“ Auch in der jüngeren Zielgruppe hat die Studie gezeigt, dass nur eine Minderheit ausschließlich online einkauft. Stattdessen informieren sich die Nutzer mittlerweile bei fast 40 Prozent der Einkäufe erst im Internet, gehen danach aber zum Laden um die Ecke und kaufen das Produkt ihrer Wahl lieber vor Ort.

Dabei ist die erste Anlaufstelle im Internet mit großem Vorsprung Amazon. Den bekanntesten Marktplatz rufen die Kunden bei mehr als einem Drittel der Online-Käufe auf – unabhängig davon, wo das Produkt später gekauft wird. Damit sind andere Optionen wie Google (14,3 Prozent) und Preisvergleichsseiten (6,7 Prozent) weit abgeschlagen.

Onlinehandel trotzdem gefragt

Diese Zahlen mögen überraschen. Viel wichtiger ist es jedoch, als Onlinehändler die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Zum einen profiliert sich eine angemessene Informationsquelle vor allem durch ihr Angebot: Kunden informieren sich dort, wo sie ihre Wunschprodukte finden. Dass Amazon dabei so beliebt ist, verwundert daher kaum. Wer besondere Produkte anbietet, preist sich somit auch bevorzugt bei Kunden als Informationsquelle an.

Zum anderen möchten sich die Kunden nicht mehr nur auf einen Kanal festlegen. Cross-Channel-Commerce wird verstärkt zum Muss. Die Grenzen zwischen Online und Offline verschwimmen zunehmend, Nutzer wollen barrierefrei zwischen digitaler und physischer Welt wechseln können. Das ist eine wichtige Herausforderung für den Handel, auf die jetzt reagiert werden muss. Er muss alle Kanäle und Interaktionsangebote aufeinander abstimmen, Kundenbedürfnisse berücksichtigen und so ein umfassendes Einkaufserlebnis schaffen.