Pricing der Online-Shops: Kampf der Roboter

By 9. Juli 2017E-Commerce

In einem unserer letzten Beiträge haben wir uns mit den Preisen im Online-Handel beschäftigt. Schließlich sind die Kosten für ein Produkt oft ein entscheidender Faktor, wenn es darum geht, lieber im Online-Handel einzukaufen statt in der Innenstadt. Umso überraschender war das Ergebnis einer Studie, wonach fast die Hälfte aller Kunden Preisschwankungen kaum oder gar nicht bemerken.

Heute wollen wir im Pricing-Prozess noch einen Schritt zurückgehen und uns mit der Frage beschäftigen, wie ein Preis eigentlich entsteht und wie es zu den Preisschwankungen überhaupt kommen kann. Im Online-Handel hat sich hier ein wahrer Kampf der Roboter entwickelt.

Dass Preise mehrmals am Tag geändert werden, ist im Online-Handel mittlerweile ein ganz normaler Vorgang. Das rührt daher, dass sich die Konkurrenten gegenseitig ausspionieren. Mit Roboter-Software, allgemein als Bots bekannt, werden automatische Preisabfragen gestartet, indem sich ein Bot als Käufer ausgibt. So ist man steht’s informiert und kann auf Preise der Konkurrenz reagieren. Heutzutage hängen steigende oder fallende Umsätze an Preisunterschieden von lediglich 50 Cent.

Der Branchenexperte Keith Anderson sagte gegenüber der Zeitung „Der Standard“: „Das ist ein Rüstungswettlauf. Jede Woche oder jeden Monat gibt es neue Vorstöße von beiden Seiten.“

Führend in der Spionage-Technologie soll Amazon sein. Doch der Internet-Riese selbst ist auf der anderen Seite stetigen Abfragen ausgesetzt. So gehen teilweise 80 Prozent der Clicks beim Online-Händler auf Bots zurück. Den Vorteil hat letztlich der Kunde. Zumindest solange, wie sich die großen Online-Händler preislich bekämpfen, profitiert er von fallenden Preise. Sollten sich die Giganten am Markt jedoch irgendwann illegaler Weise auf Preisabsprachen einigen, wendet sich das Blatt. Doch dieser Schritt ist nicht absehbar.