Kaufbetrüger machen Online Shops das Leben schwer

By 23. März 2017E-Commerce

Online Shops haben gegenüber dem stationären Handel einen mitunter verkanten Vorteil. In sie kann nicht eingebrochen werden, sie können nicht überfallen werden, es gibt keine Ladendiebstähle. Doch ist das wirklich so? Eine aktuelle Studie von Markus Jakobsson, Hossein Siadati und Mayank Dhiman, alles frühere Angestellte von PayPal, zeigt die betrügerischen Schattenseiten des Geschäfts auf.

Das Trio beschäftigt sich in der Studie Liar Buyer Fraud and how to curb it mit den Lügen-Käufern. Dies sind jene Kunden, die Ware bestellen, sie letztlich unter der Behauptung sie nicht erhalten zu haben nie bezahlen. Laut den Forschern machen diese Art der Lügen-Käufe derzeit ein Viertel alle Betrugsfälle im Online-Handel aus. Ebenfalls interessant: Bei dieser Art von Betrügern handelt es sich nicht um professionelle Banden oder andere kriminelle Vereinigungen, sondern um Otto-Normalverbraucher, die einem normalen Leben nachgehen. Es klingt fast so, als handele es sich um ein Kavaliersdelikt, was es nicht einmal annähernd ist.

Die gute Nachricht: Die Täter lassen sich offenbar leicht abschrecken, wenn man ihnen den Schutz der Anonymität nimmt. Die Forscher schreiben: „Wir haben herausgefunden, dass wenn man Nutzern bei der Einreichung einer Beschwerde anzeigt, dass (1) ihr Computer erkannt wird und (2) ihr Aufenthaltsort bekannt ist, die Bereitschaft falsche Forderungen zu stellen drastisch sinkt. Wir denken, dass der Grund für diese Abnahme darin liegt, dass die Schwindler-in-spe den Mangel an Anonymität erkennen, wenn sie entscheiden, ob sie eine betrügerische Aktion durchführen sollen.“