E-Commerce: Retouren-Reform verpufft

By 23. März 2017E-Commerce

Der 13. Juni 2014 sollte im E-Commerce den Start in eine neue Ära markieren. An diesem Tag trat eine EU-Richtlinie in Kraft, die auch die Rechte der Online-Händler stärkte und es ermöglichte, Retourenkosten an die Kunden weiterzugeben. Dem ewigen Klagelied der Online Shops, dass sollte eine Ende bereitet werden.

Sollte. Die Richtlinie trat wie geplant in Kraft. Dennoch ist zumindest die Retouren-Reform verpufft. Denn viele Online-Händler machen von ihrem Recht schlicht keinen Gebrauch. Das hat jetzt eine Studie von idealo herausgefunden.

Von den Befragten Online Shops übernehmen 88 Prozent nach wie vor die Kosten für die Rücksendung. Zwar waren es im Vorjahr noch 94 Prozent, der Rückgang ist jedoch angesichts der befürchteten Welle als marginal zu betrachten.

Allerdings heißt das nicht, dass die Kunden es sich bequem machen können. Mehrere Online-Händler hatten angekündigt, die Reform nicht sofort umzusetzen, sondern erst einmal die Entwicklung des Marktes abzuwarten. Möglich also, dass einige Online Shops nach einem Jahr Bilanz ziehen und ihre Politik ändern. So könnten es bereits im kommenden Jahr weit weniger als die 88 Prozent der Befragten Online-Händler sein, die die Retourenkosten nach wie vor übernehmen.

Deutschland ist in dieser Beziehung ohnehin so etwas wie die Insel der Glückseligkeit. So weht in Spanien ein komplett anderer Wind. Dort geben 86 Prozent der Online Shops die Kosten an die Kunden weiter. Möglicherweise ist es also nur eine Frage der Zeit, bis sich das Blatt in Deutschland wendet. Denn Geld zu verschenken hat auch im boomenden E-Commerce kein Händler.