Verbraucherzentrale kritisiert Vergleichsportale

By 23. März 2017E-Commerce
Preise Freitesllen Online Shop

Für Kunden sind sie ein nützliches Tools, für Online-Händler ein wichtiges Instrument zur Umsatzgenerierung. Doch die Bundeszentrale für Verbraucherschutz ist von Preisvergleichsportalen nicht wirklich begeistert. In dem Projekt „Marktwächter Digitale Welt“ fühlen die Verbraucherzentralen den Preisvergleichsportalen auf den Zahn.

Das Ergebnis ist nicht berauschend. Unvollständigkeit und Abhängigkeit sind die gravierendsten Mängel der Portale. Kunden nutzen die Anbieter in dem Glauben, sie erhalten einen vollständigen und unabhängigen Marktüberblick. Doch das bietet in Sachen Strom, Gas, Telefonie und Füge kein Anbieter. Das Problem: Laut der Verbraucherzentralen finanzieren sich die Portale durch Provisionen der Anbieter. Hier liegt eine direkte Abhängigkeit vor. Ein Vergleichsportal könnte also der Versuchung unterlagen, einen Anbieter besonders hervorzuheben oder anderweitig markant zu bewerben, weil dort die Provision höher ist.

Die Preise sind ein weiterer Kritikpunkt. Die Kunden erhalten – Strom- und Gaspreise ausgeklammert – bei einem Portal fast nie den günstigsten Preis. Dieser findet sich vielmehr auf der Seite des Anbieters selbst. Zudem ist nicht immer der Gesamtpreis auf den ersten Blick sichtbar. Bei einigen Produkten werden Rabatte mit eingerechnet, die jedoch nach einiger zeit wegfallen. Oder ein Produkt ist nur unter weniger günstigen Bedingungen, wie zum Beispiel Vorkasse, Anschlusslauzeiten oder nur als Paket mit anderen Produkten zu bekommen.

Was bleibt dem Verbraucher: Er sollte sich nicht gänzlich auf die Portale verlassen und immer wieder auch den Preis auf der eigenen Präsenz des Anbieters überprüfen. Zudem ist es zwingend notwendig, mindestens zwei Preisvergleichsportale zu nutzen.