Zwei Drittel lassen Kunden für Retouren zahlen – mit Erfolg

By 23. März 2017Onlineshop

Der 13. Juni war für Online Shops so etwas wie der Startschuss für eine Reise ins Ungewiss. An jenem Tag griff eine EU-Rechtsreform, die es Online Shops ermöglichte, ihre Retourenkosten auf die Kunden abzuwälzen.

Die großen Player unter den Online-Händlern sagten damals bereits fast geschlossen, es bleibe dennoch alles beim alten. Im Zuge dessen etablierten sich zumindest in den USA neue Geschäftsmodelle, bei denen Unternehmen Retouren-Flatrate für Kunden anbieten. So hat ein US-Kunden ein Jahr lang gratis Retouren, wenn er dem Start-up Return Saver 49 Dollar zahlt.

Der 13. Juni ist nun 100 Tage her. Grund genug für Trusted Shops, mal bei den Unternehmen nachzufragen, was die Änderung des Verbraucherrechts bewirkt hat. Die Ergebnisse der Umfrage unter mehr als 200 kleinen und mittelständischen Shops (KMU) sind erstaunlich. Satte zwei Drittel der Befragten gaben an, Kunden für Retouren zahlen zu lassen. Und das Ganze hat auch noch Erfolg: Bei jenen zwei Dritteln sind die Rückläufer um 26 Prozent zurückgegangen. Diese Zahlen könnten darauf schließen lassen, dass in das Bewusstsein der Kunden vordringt, welcher ökonomische und ökologische Schaden mit Retouren verursacht wird und lässt eventuell auf ein Umdenken hoffen.

Die große Mehrheit der Online Händler stuft das neue Verbraucherrecht konsequenterweise als durchaus positiv ein. Insgesamt meinen 76 Prozent, die neue Rechtslage ist für Verbraucher und Händler bzw. nur für Händler positiv. Lediglich 23 Prozent finden, dass nur die Verbraucher damit Vorteile erlangen.

Spannend wird nun, was diese Umfrage auslöst. So hatte zum Beispiel Otto angekündigt, erst einmal die Entwicklungen abzuwarten, bevor es eventuell auf das neue Gesetz in Sachen Retourenkosten reagieren. Die Entwicklung ist nun abzusehen – und sie ist überraschend.